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10 Impulse für Mütter zur Stärkung der Vater-Kind-Beziehung

25. August 2020 // Carsten Vonnoh

Viele Väter wünschen sich eine vergleichbare Beziehung zu ihren Kindern, wie Mütter das im besten Falle entwickeln können. Und auch viele Mütter merken, dass es den Männern an ihrer Seite nicht immer so gelingt, wie das vielleicht gut wäre. Gerade in Zeiten von Covid-19, fehlender Kinderbetreuung und den vielen damit verbundenen Schwierigkeiten gab und gibt es die Möglichkeit, dass Väter größere Schritte hin zu einer guten Vater-Kind-Bindung machen können.


Die folgenden 10 Impulse  helfen euch dabei, den Weg zu einer bewussteren, gleichberechtigten Elternschaft besser zu gestalten:

1. Beobachtet euch selbst im Verlaufe des Tages

Wie viel Aufmerksamkeit gebt ihr eurem Kind? Wie viel euch selbst und eurem Mann? Wenn ihr merkt, dass es dabei große Ungleichgewichte gibt, wird das auf Dauer zu Schwierigkeiten führen. Hier lohnt es sich, wenn immer möglich, bewusst Zeit auch für sich selbst und den Partner einzuplanen und das auch konsequent „umzusetzen“. 

2. Hat der Vater eurer Kinder wirklich die Gelegenheit, Alltag mit euren Kindern zu verbringen?

Wie viel Zeit hat er allein mit dem Kind? Meine Erfahrung in der Arbeit mit Vätern und die Forschung zeigen: Erst wenn Väter volle Verantwortung übernehmen müssen, dürfen, können, gibt es eine große Lernkurve. Macht euch bewusst, dass ihr nicht alles leisten, im Blick oder gar unter Kontrolle haben müsst. Der Vater eurer Kinder ist im besten Falle die Ergänzung zu Deinen eigenen Stärken. Ihr beide habt gemeinsam so viel mehr Möglichkeiten, eure Kinder bestmöglich zu begleiten! Auch und besonders in Trennung.

3. Vertraut darauf, dass er seinen eigenen Weg finden wird, mit eurem Kind zu wachsen.

Genau wie ihr als Mütter, müssen auch Väter in ihre Rollen wachsen, lernen und auch Fehler machen. Vertraut darauf, dass auch Väter Trost und Geborgenheit spenden (lernen) können, auch wenn sie es selbst nicht ausreichend erfahren haben. Wenn Männer die Gelegenheit wahrnehmen (und auch bekommen), sich mit ihren Kindern (und euch als Partnerinnen) weiterzuentwickeln, gibt es nichts Besseres für die Bindungsbeziehungen in eurer Familie.

4. Gebt ihnen bewussten Spielraum, Tage auch anders zu gestalten, andere Akzente zu setzen.

Traut ihnen zu, gemeinsam mit den Kindern Fähigkeiten und Grenzen auszuloten. Und natürlich geht das oft ein wenig tollkühner zu, als ihr das angehen würdet. Dafür sind Väter aber u.a. da: Vertrauen in die Welt und die eigenen Fähigkeiten zu stärken, mutig sich mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen, die sich stellen. Und gleichzeitig, emotionale Nähe zu zeigen, auch da zu sein, wenn ein Kind Trost und Verständnis braucht.

5. Achtet auf eure Mimik, auf eure Haltung und eure Worte dem Vater eurer Kinder gegenüber

Seid ihr hier genauso „auf Augenhöhe“ wie mit eurem Kind? Akzeptiert ihr wirklich die Andersartigkeit des Vaters eurer Kinder? Kinder profitieren enorm davon, unterschiedliche Herangehensweisen zu erleben, sie können ohne weiteres mit ganz unterschiedlichen Stilen umgehen und gewinnen dadurch ungemein hinzu.

6. Macht ihr euch ständig Sorgen?

Steckt mehr Angst als Vertrauen in Dir, wenn es um das Abgeben von Verantwortung geht? Dann versuche herauszufinden, woher tiefergehende Ängste kommen und mach Dir immer wieder bewusst, wie gering das Risiko bei vielen Dingen am Ende ist. Und meine Erfahrung: Auch Väter können Verantwortung für die Sicherheit und die Entwicklung eurer Kinder übernehmen!

7. Wenn ihr merkt, euch fällt es schwer, dem Vater eures Kindes ausreichend Gelegenheit zu geben, überlegt woher eure Zurückhaltung kommen könnte.

Was habt ihr selbst für eine Vatererfahrung, wie stark haben eure eigenen Mütter das „Primat der Erziehung“ vorgelebt? Was würdet ihr euch wünschen? Und was müsstet ihr dafür ändern? Schreibt dazu einmal eine Liste oder holt euch Unterstützung, wenn es zu oft zu Konflikten kommt.

8. Geteilte Verantwortung in wesentlichen Fragen

Für Eltern ist es oft schwierig, große Entscheidungen für ihr Kind gemeinsam und ohne großen Stress zu treffen. In einer Welt mit unzähligen Möglichkeiten, Hunderten Ratgebern und ständigen „wohlgemeinten“ Ratschlägen aus dem Umfeld, fühlen sich nicht nur getrennte Eltern manchmal überfordert. Hier ist es entlastend, wenn man akzeptiert, dass nicht nur EIN Elternteil für wichtige Fragen im Leben eures Kindes verantwortlich ist und ihr die Verantwortung gemeinsam tragt. Der wertschätzende Austausch zwischen euch und das gemeinsame Lernen ist das wichtigste Fundament für eine gute Atmosphäre für das Aufwachsen eurer Kinder.  Wenn ihr euch allein fühlt, thematisiere das. Bleibe dran.  

9. Ein Vater ist immer nur so gut mit seinen Kindern, wie er es mit sich selbst ist.

Ausgeglichenheit, Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung sind wichtige Faktoren, die die Beziehung zum Kind prägen. Genau wie Du, braucht ein Vater auch Auszeiten, Zeiten, in denen er selbst Dinge machen kann, die ihm die Sicherheit geben, auch noch ein eigenständiger Mann zu sein. Und nein, die Arbeit ist in den seltensten Fällen ausreichender Ort zum Ausgleich. Viele Väter nehmen allerdings ihre Verantwortung so ernst, dass sie ihre Grenzen permanent überschreiten und dadurch kaum noch präsent, liebevoll und zufrieden sein können.

10. Achtet auf euch als Paar.

Reserviert euch jede Woche Zeit für euch, Zeit, um über anderes als die Kinder zu sprechen, aber auch um wesentliche Familienthemen anzugehen. Nehmt die Väter eurer Kinder ernst, teilt eure „mental load“ in einer Weise, die ebenfalls bedürfnisorientiert ist. In vielen Fällen ist Vätern nicht bewusst, wie viel ihr (allein) schultert und wie gut euch Wertschätzung dafür tut. Doch im besten Falle könnt ihr euch gegenseitig dabei unterstützen, die hohe Verantwortung für eure Familie zu übernehmen und zu teilen.

*Eigenwerbung*
Wenn ihr das Gefühl habt, ihr habt als Paar eine vertrauensvolle Beziehung, aber der Vater eurer Kinder würde sich über Austausch und Lernen mit anderen Vätern freuen, kann ich euch auch meine intensiven Seminare ans Herz legen, gern auch als Gutschein.

Passt auf euch auf!