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5 Schritte zum präsenten und liebevollen Vater

5. November 2019 // Autor: Carsten Vonnoh
Ja, natürlich will ich ein präsenter und liebevoller Vater sein! Doch wie soll das gehen? Bin ich da nicht schon weit genug? Wie können wir für unsere Kinder emotional präsent, selbstbestimmt und „echtes“ Vorbild sein?
 
Im Gegensatz zu unseren Väter und Großvätern haben wir heute die Möglichkeit, andere Wege einzuschlagen, selbstbestimmter zwischen Beruf und Zeit für die Familie zu wählen. Und doch ist es für viele eine große Herausforderung, für ihre Kinder wirklich erreichbar zu sein, eine (auch emotionale) Beziehung zu ihnen aufzubauen und auch dann für sie da zu sein, wenn es ihnen schlecht geht. Besonders wenn wir wenig Gelegenheit haben, sie zu sehen. 
 
Doch woher sollen wir es denn können? Wie können wir unserem Bauchgefühl folgen, wenn uns so viele eigene und fremde Erwartungen zu erdrücken scheinen? 
 
Nur die wenigsten Väter (und oft auch Mütter) waren in der Lage, unsere eigenen Grenzen ernst zu nehmen und zu respektieren, unseren Gefühlen den Platz zu geben, den sie gebraucht hätten, statt uns den Eindruck zu geben, wir wüssten nicht, wie es uns geht.
 
Wie kann es uns nun also gelingen, hier achtsamer zu sein?
 
Folgende Fragen scheinen mir als Einstieg dafür hilfreich:
 
1. Reflektion der eigenen Vatererfahrung:
 
  • Wie war die Beziehung zu meinem Vater geprägt?
  • Welches Vertrauen hatte ich zu ihm? Wo war es eher Angst?
  • Wie oft war er wirklich für mich erreichbar?
  • Welche Emotionen kommen bei mir auf, wenn ich an Erlebnisse aus meiner Kindheit mit ihm denke?
  • Was davon nehme ich dankbar an und was will ich definitiv anders machen? 

 

2. Vorstellungen von Erziehung:

  • Wie habe ICH Erziehung erlebt?
  • Wie ist das mit Schimpfen, Strafen und Schlägen? Geht es auch anders?
  • Wie gebe ich meinem Kind Vertrauen & Halt?  
  • Wie gehe ich bei Wut und Tobsuchtsanfällen mit ihm um?
  • Was würde ich mir für mein Kind in 20 Jahren wünschen & passt das zu meinem Erziehungsstil? 

 

3. Stressfaktoren:

  • Kann ich überhaupt entspannt und liebevoll mit meinem Kind umgehen, wenn ich permanent am Limit bin?
  • Wo und wie könnte ich Stress reduzieren? Wo kommt der überhaupt her?
  • Worauf habe ich Einfluss? Wo habe ich eigentlich Zeit nur für mich selbst?
  • Was kann ich an Alltag und Routinen ändern, damit es uns allen besser geht?
  • Habe ich Ausgleich in Form von Bewegung, Natur, Gemeinschaft, usw.? 

 

4. Eigene Knöpfe oder Trigger

  • Wo reagiere ich manchmal (oder öfter) so heftig, dass es eigentlich gar nicht zum Auslöser passt?
  • Bin ich oft genervt, wütend oder traurig?
  • Woher kenne ich das und warum ist das so?
  • Wie kann ich das besser regulieren? Brauche ich dafür Unterstützung?
  • Fühle ich mich respektiert und wertgeschätzt?

 

5. Gute Routinen und wertvolle Zeit mit meinem Kind
  • Wie sieht mein Start in den Tag aus? Habe ich Routinen, die mich entlasten oder bin ich getrieben vom alltäglichen Stress? 
  • Wo flüchte ich eher, in Videospiele, Alkohol, meinem Mobiltelefon, dem Sport, usw.? 
  • Wo bleibe ich wirklich selbstbestimmt und frei? 
  • Was mache ich mit meinem Kind, damit wir unsere Beziehung stärken und nicht nur von einem action-lastigem Ort zum nächsten hetzen? 
  • Was würde ich mir EIGENTLICH für mir eigentlich in meiner Vater-Kind-Beziehung wünschen? 
Zum Schluss: 
 
Das sind eine Menge Fragen, oder? Aber theoretisch lässt sich das alles zu Hause oder im Büro beantworten, wenn ihr euch dazu die Zeit nehmen könnt. Dafür wünsche ich Dir genügend Ruhe, Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit! 
 
Besser aber wird der Lernprozess mit Unterstützung und Austausch, mit engen Freunden, in Gruppen oder in professionellen Seminaren wie meinen ganztägigen Runden in Erfurt, Stuttgart, Nürnberg, Hannover und Bern. Schreibt mir, wenn ihr mehr wissen wollt oder meldet euch direkt an. 
 
Carsten Vonnoh