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Als Vater lerne ich durch mein Kind viel mehr, als es von mir je könnte…

9. Oktober 2019 // Autor: Carsten Vonnoh

Als Vater (und natürlich auch als Mutter) werden wir mit so vielen Dingen konfrontiert, die wir so nur sehr viel später oder gar nicht erleben werden:

1. Unsere eigene Vergangenheit als Kind und die Erfahrungen, die uns zu dem gemacht haben, der wir sind werden uns in vielen kleinen und großen Momenten in Erinnerung gebracht. Was für eine Vatererfahrung habe ich? Was möchte ich davon auch an mein Kind weitergeben? Was will ich unbedingt ändern? Was hat mir in meiner Kindheit gefehlt, dass ich jetzt stärker darauf achten kann? Wie ist meine Mutter mit mir umgegangen, wie habe ich sie in ihrer Elternbeziehung erlebt?
Viele dieser Fragen können auftauchen, wenn wir überlegen, was jetzt das Richtige für uns und unser Kind wäre, das meiste spielt aber unbewusst eine Rolle, in dem was wir dem Kind weitergeben, wie wir mit ihm kommunizieren und was wir von uns zeigen und erwarten.

2. Unsere „dunklen“ Seiten werden uns von unseren Kindern direkt widergespiegelt, manchmal so heftig, dass wir erschrocken, ja schockiert über uns sind. Wenn wir sie nicht ernst nehmen, sie (unbewusst) vielleicht erniedrigen oder (emotional) verletzen, können wir spüren, wie sich das anfühlt, vielleicht sogar bei uns als Kind angefühlt hat. Wir können innehalten, uns reflektieren, Dinge anders, besser machen.

3. Unsere Belastungsgrenzen auf allen Ebenen, insb. in unseren Beziehungen werden wir sehr schnell neu entdecken. Wenn sich durch die starken Veränderungen durch ein Kind neue Rollen, neue Formen des Zusammenseins, der Kommunikation und der Nähe entwickeln (müssen), wir wenig Schlaf bekommen und unsere gefühlte Freiheit zutiefst eingeschränkt wird: Dann erleben wir neben der tiefen Freude auch den Frust, die Erschöpfung, die Wut und die Trauer, die sich dadurch entwickeln kann.

4. Unsere Beziehung zu den eigenen Eltern / und Schwiegereltern wird auf eine neue Probe gestellt, fordert uns heraus und ermöglicht im besten Falle eine neue Qualität von Beziehung. Oft genug ist sie aber auch Anlass, uns zurückzuziehen, neue Grenzen zu setzen und uns klarzumachen, was für uns tragbar ist und was nicht. Um dann, vielleicht, auf neuer Basis, als Erwachsene auf Augenhöhe wieder zueinander zu finden.

5. Den Sinn unseres Lebens haben wir vielleicht schon viel öfter vor der Geburt debattiert, doch entscheidende Bedeutung bekommt diese Frage für viele erst danach: Wie wichtig ist mir die Zeit mit meinen Kindern? Kann und will ich meine berufliche Weiterentwicklung hinten anstellen? Macht das wirklich Sinn, was ich da den ganzen Tag mache? Wie soll das einmal sein, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Muss ich vielleicht etwas ändern?

All die Dinge, und da gibt es wahrscheinlich noch viel mehr, kann man auf sich zukommen lassen und dann von eigener Grübelei oder äußeren Umständen entscheiden lassen. Oder ich nehme mir einige dieser Fragen bewußt zu Herzen, tausche mich mit meiner Partnerin, einem Freund oder unter anderen Vätern darüber aus. Es lohnt sich, die Zeit mit den Kindern als die wohl wichtigste Entwicklungszeit als Erwachsener zu nutzen!

Wenn ihr euch mit anderen Vätern austauschen, reflektieren und weiterentwickeln wollt, schaut gern unter mein Seminarangebot.