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So stärkst Du Deine Vater-Sohn-Beziehung: 10 Regeln für Väter, die es ernst meinen!

11. April 2019 // Autor: Carsten Vonnoh
10 wirkungsmächtige Regeln, die vieles verbessern können
Von Carsten Vonnoh
 
„Wenn man starke, liebevolle Männer in der Gesellschaft haben will, muss man auch den kleinen Jungs die Gelegenheit geben, mit starken, liebevollen Vätern groß zu werden!“ (Gerald Hüther, Neurobiologe) Damit müssen wir in unserer Generation ernsthaft beginnen! Das bedeutet, dass wir uns diese einzigartige Beziehung immer wieder in Erinnerung rufen und unsere Verantwortung bewußt annehmen, sie pflegen und entfalten, besonders wenn wir wenig Zeit mit unseren Söhnen haben! Hier einige fundamentale Anregungen:
 
1. Nimm Deinen Sohn wirklich wahr! Regel nicht nur die Dinge um ihn und euch herum, sondern sei so offen und aufmerksam, dass Du merken kannst, was ihn gerade bewegt und beschäftigt. Was er für eine eigene Persönlichkeit ist, und wie viel er vielleicht schon von Dir und Deinen Eigenheiten durchscheinen lässt. Geschenke, egal wie toll sie auch sein mögen, ersetzen niemals das Bedürfnis nach Anerkennung und wirklicher Wertschätzung! Dieses „Gesehen-Werden“ Deines Jungen, einzig, weil er da ist, bildet die beste Basis für ein stabiles Selbstbewusstsein.
 
2. Nimm die Emotionen Deines Kindes ernst und hilf ihm/ihr dabei, einzuordnen, was es gerade fühlt. Ein Weinen, ein Schreien, ein wütendes Toben hat immer einen Grund. Alles hat eine Erklärung, die wir aber oftmals nicht (gleich) erkennen können. Wenn Dein Kind regelmäßig erklärt bekommt, dass das, was es gerade fühlt, nicht angemessen oder gar Quatsch ist, verlernt es, sich und seinen Empfindungen zu vertrauen. Damit wird es immer schwieriger, wichtige und starke Gefühle zu regulieren. Für eure Beziehung als Vater und Sohn (und für sämtliche Beziehungen Deines Sohnes) ist das eine Basis, die langwierige Folgen haben kann.
 
3. Geh davon aus, dass Dein Kind in den ersten Lebensjahren fast immer kooperieren will. In 9 von 10 Fällen tut es das! Oft können wir das aus unserer Erwachsenen-Logik nur nicht erkennen! Wenn Kinder nicht kooperieren können, dann gibt es für sie nur 2 Möglichkeiten: Konfrontation (Aggression) oder Rückzug. Beide Dinge solltet ihr (als Eltern) sehr ernst nehmen und versuchen, zu verstehen, warum ihm in diesem Moment das „Nicht-Kooperieren“ so wichtig ist! Wenn Du nach und nach immer mehr Interesse zeigst und wirklich versuchst, Deinen Sohn zu verstehen, dann gibt es kaum eine bessere Basis für lebenslanges Vertrauen in Dich! Versuche es, auch wenn es am Anfang nicht immer gelingen wird.
 
4. Respektiere die Grenzen Deines Kindes! Auch wenn viele tief durchatmen, wenn Sie von Augenhöhe hören, aber genau darum geht es. Zu akzeptieren, dass auch Kleinkinder Bedürfnisse haben, die nicht ohne Schaden übergangen werden können, nur weil wir gerade denken, dass es besser für sie ist. Es hat sich bewährt, das Bedürfnis des Sohnes genauso wichtig zu nehmen wie euer eigenes und auf der Basis einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss zu finden. Nur in Ausnahmefällen und wirklicher Gefahr ist es ratsam, seinem Sohn ein Verhalten abzuverlangen, dass nicht im Einklang mit dieser prinzipiellen Augenhöhe steht. Die offensichtliche Macht, die wir als Vater haben, ist nicht dazu da, die Grenzen unseres Kindes so lange zu überschreiten, bis es wortwörtlich gebrochen ist!
 
5. Bestraf ihn nicht! So logisch und üblich das bei vielen noch klingt, Strafen (oder „liebevoller“ Konsequenzen) sind absolut schädlich für eure Vater-Sohn-Beziehung! Euer Kind erlernt dadurch nicht etwa, sich so zu verhalten, wie Du es gerne hättest, sondern unterwirft sich aus Angst vor den „Konsequenzen“ Deiner Macht. Stell Dir die Frage, wie Du Dich als Kind bei einer Bestrafung gefühlt hast? Hast Du vielleicht schon gemerkt, wie es sich auch für Dich anfühlt, wenn Du Dein Kind (wegen einer Kleinigkeit?) bestraft hast? Willst Du dieses Gefühl als Basis für eure Beziehung haben?
 
6. Lass Die Neugier, Langeweile und Lust am Entdecken zu! Die meisten „gesunden“ Kinder brauchen nicht alle 2 Minuten ein neues Spielzeug, eine neue Ablenkung oder den nächsten väterlichen Impuls! Lass sie selbst suchen, entscheiden und spielen, egal was es ist. Erst wenn euer Sohn auch Langeweile annehmen und sie nutzen lernt, wird die vielgerühmte Kreativität gefördert. Ihr könnt dabei beobachten und als Spielpartner zur Verfügung stehen, wenn er euch dazu einlädt. Macht euch immer wieder bewußt, was für ein Wunder dieser kleine Mann für euch ist!
 
7. Entschuldige Dich! Wenn ihr Scheiße zu eurem Kind wart, Fehler gemacht oder einfach nur genervt wart: Nutzt die nächste Gelegenheit, euch aufrichtig zu entschuldigen! Euer Sohn merkt dadurch, dass er ernst genommen wird und dass auch Du, als erwachsener Mann manchmal gestresst/wütend/traurig bist und dass es ok sein kann, dass zu zeigen. Er lernt dabei, auch bei sich genauer wahrzunehmen, was ein angemessener Umgang mit diesen Gefühlen ist und was es bedeutet, Verantwortung für sich und sein Handeln zu übernehmen. Auch ein Mann muss Verletzlichkeit zeigen können, sonst setzen wir die Schwierigkeiten der letzten Generationen fort und Dein Sohn wird sein Leben lang ebenfalls Schwierigkeiten haben.
 
8. Achte auf die Atmosphäre und Dich selbst! Ihr wisst selbst, dass es am schwierigsten ist, liebevoll mit seinem Kind umzugehen, wenn man(n) selbst erschöpft, gereizt, am Limit ist. Versuche deshalb, mehr Ruhe und Ausgleich für Dich einzurichten. Nichts ist wichtiger als das! Wenn Dich berufliche oder andere private Themen belasten, geh sie an und trage die „negative Energie“ nicht in die wenige kostbare Zeit mit Deinem Sohn. Kinder spüren schon sehr früh, wie die Stimmung (Atmosphäre) ist, auch wenn sie noch nicht verstehen, was gesagt wird. Deine Anpannung, Wut und Sorge überträgt sich auf sie, so sehr Du sie auch zu verstecken versuchst.
 
9. Übernimm ab sofort vollste Verantwortung! Wenn Du einen unschönen Umgang in eurer Vater-Sohn-Beziehung siehst und merkst, dass es immer wieder ähnlich (schlecht) läuft, übernimm die Verantwortung und schau, was Du bei Dir selbst ändern kannst, damit es anders wird. DU hast die Verantwortung für Eure Beziehung und Du kannst nur wesentliches verändern, wenn Du Schuld nicht bei anderen oder gar Deinem Sohn suchst. Das kann auch heißen, sich Unterstützung zu holen, um belastende Themen anzugehen oder wesentliche Veränderungen in Deinem Leben umzusetzen, die längst überfällig sind. Damit es Euch und Eurem Kind besser geht!
 
10. Sei das Vorbild, dass Du gern gehabt hättest und das Dich selbst dazu bringt, jeden Tag ein wenig als Vater zu wachsen! Sag, und vor allem, zeig ihm, wie wichtig Du ihm bist!
 
P.S. Natürlich gilt all das auch in der Beziehung zu unseren Töchtern, auch hier haben wir als Väter eine ganze besonders wertvolle Rolle und Verantwortung!
 
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